Ökumenisches Gespräch über eine Kirche für morgen in Bissingen am 7. Mai 2026

Am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 19 Uhr lädt der Ökumenische Arbeitskreis Bissingen zu einem ökumenischen Gesprächsabend in den Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche in der Panoramastraße ein. Unter dem Titel „Zukunft, die wir teilen – ökumenisches Gespräch über eine Kirche für morgen“ richtet sich der Blick auf die großen Herausforderungen und Chancen, vor denen die Kirchen aktuell stehen.

Strukturelle Neuordnungen, veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und sinkende Mitgliederzahlen fordern neue Antworten und mutige Schritte – sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche. Gerade in dieser Situation eröffnet sich jedoch die Chance, ökumenisch voneinander zu lernen und gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Als Referent aus evangelischer Perspektive spricht Tobi Wörner. Er ist Musiker, Gemeindegründer, Laienpastor, Wortkünstler und Mitglied der Württembergischen Evangelischen Landessynode. Als Projektreferent für Gemeindegründungsinitiativen engagiert er sich für neue Formen von Kirche und eine kreative, dialogoffene Kirchenentwicklung.

Die katholische Perspektive bringt Pfarrer Jens-Uwe Schwab ein. Seit Mitte letzten Jahres ist er Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bietigheim-Bissingen sowie der Seelsorgeeinheit Freiberg am Neckar, Pleidelsheim und Ingersheim. Er begleitet aktiv die notwendigen pastoralen Neuordnungen und verfolgt dabei den Ansatz, Veränderung bewusst mitzugestalten, statt sich von ihr überrollen zu lassen. Aus seinen Erfahrungen als Pfarrer zweier Seelsorgeeinheiten wird er an diesem Abend berichten.

Während des Gesprächsabends wird ein kaltes Vesper angeboten, das Raum für Austausch und Begegnung schafft. Zur besseren Planung wird um Anmeldung im Pfarrbüro der Martin-Luther-Kirche gebeten (Pfarramt Martin-Luther-Kirche, Tel. 55358, oder per Mail an: Pfarramt.Bissingen.Martin-Luther-Kirche@elkw.de). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mitzudenken und mitzudiskutieren.

Bild: factum.adp
In: Pfarrbriefservice.de

„Kino & Kirche“ startet in die Freibadsaison am Mittwoch, 6. Mai 2026

Kino & Kirche“ startet in die Freibadsaison mit einer vergnüglichen Komödie über die Rettung eines Freibads in einer bayerischen Kleinstadt. Am Mittwoch, 6. Mai 2026, kämpft Schwimmmeister Karl um sein kleines Freibad, das einem Immobilienprojekt weichen soll. Der Film wird um 16.30 und 19.30 Uhr im „Alten Kino“ in Bissingen gezeigt. Der deutsche Komödie von 2021 steht mit ihren charmant-kauzigen Figuren für mehr Gemeinschaftssinn ein. Zu den Filmnachgesprächen werden Schwimmmeister aus Bietigheim-Bissingen erwartet, wo die Saison im Badepark Ellental in der Woche nach dem Kinofilm am 14. Mai (Feiertag Christi Himmelfahrt) startet.

Die Kirchengemeinden machen mit „Kino & Kirche“ so genannte „nicht-gewerbliche Filmarbeit“. Da dafür kein Eintritt verlangt werden darf, gibt es auch keinen „Vorverkauf“ von Eintrittskarten. Auch ist es nicht möglich, Plätze im Voraus zu reservieren. Das Kino wird 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn geöffnet, es stehen jeweils 110 der bequemen roten Kinosessel zur Verfügung. Wegen dieser besonderen Form der Filmarbeit dürfen die Filmtitel auch nicht öffentlich (z.B. im Internet) genannt, sondern nur umschrieben werden.

Kino & Kirche“ wird von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Bietigheim-Bissingen veranstaltet, in Kooperation mit dem Evangelischen Kreisbildungswerk Ludwigsburg und der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Ludwigsburg. Faltblätter mit dem ausführlichen Programm und den Filmtiteln liegen u.a. in den Kirchengemeinden, in der Stadtinformation und in der Bücherei Bietigheim-Bissingen aus. Die Filmtitel können auch über die Homepage www.kino-und-kirche.de erfragt werden.

missio-Truck mit Ausstellung zu Kinder- und Sklavenarbeit in Bietigheim

Die Ausstellung „Eine Welt. Keine Sklaverei.“ im neuen missio-Truck macht vom 20. – 30. April 2026 am Bietigheimer Dreschschuppen beim Viadukt Station. Die kostenlose Ausstellung wird von der katholischen Laurentiusgemeinde in Zusammenarbeit mit dem Fairtradestadt-Arbeitskreis Bietigheim-Bissingen organisiert und zeigt, was genau moderne Sklaverei ist, von der heute mehr als 50 Millionen Menschen weltweit betroffen sind.

Die Ausstellung im missio-Truck bietet einen 25-minütigen Rundgang durch fünf thematisch gestaltete multimediale Räume, geführt von der virtuellen Begleitfigur „Chris“. Besucher können so interaktiv die bedrückende Wirklichkeit moderner Sklaverei in verschiedenen Kontexten erkunden – auf Teeplantagen in Indien, in deutschen Fleischfabriken oder auch auf Kreuzfahrtschiffen. Die Nutzung von Augmented-Reality (AR) verstärkt die Erfahrung während des Besuchs, indem die Gegenstände virtuell zum Leben erweckt werden. Das Orangensaftglas erzählt so vom Schicksal eines Geflüchteten aus dem Sudan, das Smartphone verweist auf Kinder, die auf Schrotthalden in Ghana arbeiten. Mit Originalobjekten, interaktiven Grafiken und virtuellen Begegnungen mit Menschen aus allen Teilen der Welt werden die verschiedenen Formen moderner Sklaverei sichtbar gemacht. Dabei wird klar, was moderne Sklaverei auch mit unserem Leben in Deutschland zu tun hat.

Der missio-Truck macht nicht nur den dramatischen Lebensalltag von Menschen, die heute in sklavenähnlichen Verhältnissen leben, erfahrbar und sensibilisiert so Besucherinnen und Besucher für das Thema. Er zeigt zugleich auch Wege auf, wie jeder einzelne von uns einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten kann“, so die Initiatoren der Ausstellung vom katholischen Hilfswerk missio Aachen.

Die Ausstellung wendet sich zum einen an Schulklassen, die neben der Ausstellung ausführlich mit den globalen Zusammenhängen von Kinderarbeit vertraut gemacht werden. Interessierte Einzelbesucher können den missio-Truck täglich von 16-18 Uhr am Dreschschuppen besichtigen. Am Wochenende wird der Truck ab Samstag 14 Uhr am Kronenplatz stehen.

Für weitere Informationen siehe

missio-Truck – Die multimediale Ausstellung | missio (missio-hilft.de)

„Bietigheimer Zeitung“ berichtet über neuen Diakon Betzler

Die „Bietigheimer Zeitung“ hat den neuen Diakon in unserer Kirchengemeinde, Benjamin Betzler, in einem Artikel und mit Foto vorgestellt. Benjamin Betzler ist für ein Jahr in unserer Kirchengemeinde und bereitet sich auf die Priesterweihe vor. Den Artikel finden sie hier.

ÖkuVaKiFrüh wieder am Start am Samstag, 9. Mai 2026

Das „ÖkuVaKiFrüh“ ist wieder am Start, das Ökumenische Vater-Kind-Frühstück, ein Treffpunkt für Väter und ihre Kinder an einem Samstagvormittag, bei dem zuerst gemeinsam gefrühstückt und dann etwas miteinander unternommen wird, z.B. ein Spielevormittag. Das ÖkuVaKiFrüh gab es vor einigen Jahren schon mal und hat viel Spaß gemacht, wir haben tolle Aktionen damals gemacht, einen Imker und das Amtsgericht besucht, ebenso OB Kessing und sind mit einem Esel gewandert, haben den Kirchturm bestiegen und in die Orgel geschaut. Jetzt hoffen wir auf neue Aktivitäten für Väter und ihre Kinder, die erste startet am Tag vor Muttertag, am 9. Mai 2026, im Kath. Gemeindehaus von St. Laurentius in Bietigheim um 9 Uhr, bitte meldet euch bis 4. Mai 2026 kurz an über diese Mailadresse: OekuVaKiFrueh@t-online.de.

EinladungOekuVaKiFrueh09-05-26

Bild: Friedbert Simon

In: pfarrbriefservice.de

„Kino & Kirche“ wieder am Mittwoch, 15. April 2026, im „Alten Kino“ Bissingen

Zwei Teenager aus dem Senegal planen ihre Flucht nach Europa. Sie träumen von einem besseren Leben und wollen ihre Familien unterstützen. Wie die Reise sich zum Horrortrip entwickelt, erzählt der neue Film bei „Kino & Kirche“ am Mittwoch, 15. April 2026, eindringlich und beklemmend. Der Film wird um 16.30 und 19.30 Uhr im „Alten Kino“ in Bissingen gezeigt. Der italienisch-belgische Film von 2023 wird in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Asyl Bietigheim-Bissingen gezeigt. Zu den Filmnachgesprächen werden drei Geflüchtete aus dem Iran, der Türkei und aus Syrien erwartet. Es wird nicht nur um Fluchtgründe und -wege gehen, sondern auch um das Ankommen in Deutschland und die Integration.

Die Kirchengemeinden machen mit „Kino & Kirche“ so genannte „nicht-gewerbliche Filmarbeit“. Da dafür kein Eintritt verlangt werden darf, gibt es auch keinen „Vorverkauf“ von Eintrittskarten. Auch ist es nicht möglich, Plätze im Voraus zu reservieren. Das Kino wird 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn geöffnet, es stehen jeweils 110 der bequemen roten Kinosessel zur Verfügung. Wegen dieser besonderen Form der Filmarbeit dürfen die Filmtitel auch nicht öffentlich (z.B. im Internet) genannt, sondern nur umschrieben werden.

Kino & Kirche“ wird von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Bietigheim-Bissingen veranstaltet, in Kooperation mit dem Evangelischen Kreisbildungswerk Ludwigsburg und der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Ludwigsburg. Faltblätter mit dem ausführlichen Programm und den Filmtiteln liegen u.a. in den Kirchengemeinden, in der Stadtinformation und in der Bücherei Bietigheim-Bissingen aus. Die Filmtitel können auch über die Homepage www.kino-und-kirche.de erfragt werden.

Konzert der „Jungen Solisten Stuttgart“ am 25. April 2026

Am Samstag, 25. April, um 19 Uhr laden die „Jungen Solisten Stuttgart“ zu einem Konzert in der St. Johannes Kirche in Bietigheim-Bissingen ein.
Das Ensemble, welches sich aus jungen Musikern, Preisträgern internationaler Wettbewerbe und Mitgliedern des Bundesjugendorchesters Ende 2024 gegründet hat, sorgt mit ihren Konzerten seither regelmäßig für Aufsehen und begeisterten Applaus in der Region. Nach einem großen Sinfoniekonzert im Forum am Schlosspark diesen Winter kommt das Ensemble in kleiner Besetzung wieder nach Bietigheim-Bissingen, um ein Konzert zu spielen mit spannenden Werken von Vivaldi und Bach. Der Hauptfokus wird dabei die sechste Solosuite von J.S. Bach sein, gespielt am Violoncello von Marc Strokov – ein junger Cellist, der nicht nur Mitglied im Bundesjugendorchester ist, sondern auch internationale Preise gewonnen hat und konzertiert hat von Amerika, bis hin zum Wiener Musikverein oder der Berliner Philharmonie.

Das Publikum darf sich auf ein mitreißendes Konzerterlebnis freuen, das Musikgenuss und soziales Engagement verbindet. Die jungen Solisten Stuttgart organisieren in der gesamten Region Konzerte mit dem Ziel, begabten Nachwuchs zu fördern. Herzliche Einladung zum Konzert!
Eintritt frei – Spenden erbeten!

Weitere Infos zu den Jungen Solisten Stuttgart: https://jungesolistenstuttgart.de/

Ostern feiern – trotzdem!

Trotzdem!
Ostern feiern

Kälte, Leid, Krieg, Hunger und Verbrechen, verschiedenste Belastungen, Sorgen und Nöte. Die Dunkelheit in der Welt ist groß, vielleicht auch die Finsternis in unseren persönlichen Lebenssituationen.

Ostern feiern bedeutet, all dem Bösen und Dunklen zu trotzen. Trotzdem!

Es gibt Krankheit und Tod.

Trotzdem.

Es gibt Hass, Eifersucht, Neid.

Trotzdem.

Es gibt Gewalt und Verbrechen.

Trotzdem.

Es gibt Hungersnot und Krieg.

Trotzdem.

Es gibt dermaßen viel Leid.

Und trotzdem.

Jesus hat seine Augen nicht verschlossen vor all der Dunkelheit, die es in der Welt gab. Er hat die Nöte gesehen, bewusst hingeschaut und versucht zu helfen. Sein Leben und Wirken hat vielen Menschen Licht in ihre Dunkelheit gebracht. Bis heute geht von Jesus diese unglaubliche Kraft der Hoffnung aus. Weil er nicht nur einzelne getröstet, ermutigt oder geheilt hat. Weil er uns auch in der Ohnmacht zur Seite steht und auch selbst Schreckliches erlitten hat. Weil er den Tod besiegt hat. Das ultimative „trotzdem“. (…)

Pfarrer Werner Pirkner

Quelle: Pfarrzeitung Schwechat „das gespräch“, In: Pfarrbriefservice.de

Im Leiden Leben – Es morgendämmert uns

Es morgendämmert uns

wir lebten

im Schatten des Todes

unsere größte Sehnsucht

gekreuzigt auf Golgatha

unsere letzte Hoffnung

gestorben und begraben

wir stiegen hinab mit Ihm

in das Reich des Todes

doch heute

morgendämmert uns

das gebrochene

das unvergängliche Licht

das Leben probt siegreich

den Aufstand

aus den heilenden Wunden

pulsiert unbezwingbar

die Kraft

so verlassen wir

unsere Gräber

gehen los

Richtung Galiläa

wir leben

im Lichte des Auferstandenen

Miriam Falkenberg, In: Pfarrbriefservice.de

Mit Palmsonntag hat die Karwoche begonnen

In der Karwoche, von Palmsonntag bis Ostersonntag, gedenken Christinnen und Christen weltweit des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu. Die zentrale Botschaft der Passionsgeschichte ist Liebe, Vergebung und Versöhnung. Ostern bedeutet für die Gläubigen, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Übergang zu einem ewigen Fest. Der Eichstätter Diözesanpriester Marco Benini, Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier, erklärt im Interview die Liturgie der Kar- und Ostertage Schritt für Schritt.

Herr Benini, am Palmsonntag beginnt die Karwoche. Was wird am Palmsonntag „nachgespielt“ oder „mitvollzogen“?

Marco Benini: Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Wie die Frauen, Männer und Kinder Jesus damals zujubelten, huldigen wir bei der Prozession zu Beginn Christus als unserem „König und Erlöser“. Dabei geht es nicht einfach um ein Nachspielen der Vergangenheit, sondern um die Feier unseres Heils, das Jesus uns durch sein Sterben und Auferstehen geschenkt hat. Das dürfen wir in diesen Tagen mitvollziehen. Der Palmsonntag ist wie das Eingangstor zur Heiligen Woche.

Was symbolisieren die Palmzweige – die in Europa meistens keine echten Palmzweige sind – und was macht man nach der Karwoche mit ihnen?

Die Palmzweige sind Zeichen des Lebens und des Sieges über den Tod. Daher gibt es den Brauch, sie zu Hause hinter das Kreuz zu stellen. Denn am Kreuz hat Jesus den Tod besiegt und das Leben neu geschaffen. Die Asche des Aschermittwochs wird aus den Palmzweigen – bei uns meist Palmkätzchen – des vergangenen Jahres gemacht.

Die „Trauertage“ von Montag bis Mittwoch sind durch keine „großen“ liturgischen Feiern geprägt – mit Ausnahme der „Chrisam-Messe“ am Montag. Was ist das Besondere an dieser Messe?

In dieser Messe weiht der Bischof die Öle für die ganze Diözese. Es gibt drei heilige Öle: das Öl für die Taufbewerber, das Chrisamöl (Olivenöl mit Balsam) und das Öl für die Krankensalbung. Im Wort Chrisam steckt das Wort Christus, das übersetzt Messias oder der Gesalbte bedeutet. Chrisam wird bei der Taufe, der Firmung und der Priesterweihe verwendet – also bei jenen Sakramenten, die man nur einmal empfängt und die in Christus eingliedern. Chrisam ist auch ein Zeichen des Heiligen Geistes. Er wird zudem zur Weihe von Altären und Glocken verwendet. Außerdem erneuern bei der Chrisam-Messe die Priester und Diakone ihre Weiheversprechen.

Mit der Messe vom Letzten Abendmahl geht es am Gründonnerstag in die heiße Phase. Dieser Tag ist voll von Symbolhandlungen: Einsetzung der Eucharistie, Fußwaschung, Veränderungen im Kirchenraum, das Schweigen der Glocken. Was bedeuten diese Zeichen?

Was Jesus damals am Gründonnerstag getan hat, vollziehen wir heute. Beim Letzten Abendmahl hat Jesus die Eucharistie als Zeichen seiner bleibenden Gegenwart unter uns eingesetzt. Er hat über Brot und Wein gesagt: „Das ist mein Leib. Das ist mein Blut.“ Die Gaben hören auf, einfach nur Brot und Wein zu sein, weil sie durch das Hochgebet – in dem der Priester diese Worte Jesu in seinem Namen sprechen darf – und in der Kraft des Heiligen Geistes zu seinem Leib und Blut werden. Die ganze Liebe, die Christus ans Kreuz geführt hat, hat er in dieses Zeichen hineingelegt und der Kirche anvertraut: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Das feiern wir am Gründonnerstag – und in jeder Messe.

Zugleich hat Jesus seine Liebe in der Fußwaschung an den Jüngern zum Ausdruck gebracht. Sein Liebesgebot kann man in der Fußwaschung zeichenhaft umsetzen. Dieser optionale und ergreifende Ritus sollte in mehr Pfarreien gepflegt werden. Fußwaschung und Eucharistie zielen jedoch über den Gottesdienst hinaus: Wir dürfen aus seiner Liebe leben – und sie weitertragen.

Das Schweigen von Glocken und Orgel ab dem Gloria drückt die nüchterne Ergriffenheit aus. Historisch haben sich hier alte Formen erhalten, aus einer Zeit, als man Gottesdienste noch ohne Orgel und Glocken feierte. Wie Jesus nach dem Abendmahl zum Ölberg gegangen ist und die Jünger aufforderte, zu wachen und zu beten, so wird am Ende der Messe das Allerheiligste an einen Seitenaltar oder einen anderen Ort übertragen – und angebetet.

Die Karfreitagsliturgie wird als „Feier vom Leiden und Sterben Jesu“ bezeichnet. Was passiert an diesem Tag – und kann man „Leiden feiern“?

Das Leiden Jesu war in der Tat eine grausame Hinrichtung, die man als solche nicht feiern kann. Doch es geht um mehr als nur um die Erinnerung an ein historisches Ereignis: Wir feiern, dass wir durch seine Hingabe am Kreuz und seine Auferstehung von Sünde und Tod erlöst sind. Daher hören wir zunächst, wo in der Bibel vom Sterben des Gottessohnes die Rede ist – vor allem in der Passion. Zum Tod Jesu knien alle in Stille nieder. Danach wird ein violett verhülltes Kreuz feierlich enthüllt: „Seht das Kreuz!“ Jeder tritt einzeln zur Verehrung vor dieses Kreuz, denn Jesus hat mich erlöst. Schließlich wird die Kommunion empfangen, um sich dankbar mit Jesus zu vereinen. Die Liturgie folgt dabei einem Dreischritt: Hören – Sehen – Empfangen. So macht sie uns bewusst: Im Tod ist das Leben!

Kreuzwege stehen in der Fastenzeit, besonders am Karfreitag, im Fokus. Es gibt sie in fast jeder Kirche und vielerorts auch in der Natur. Wozu dienen sie?

Anhand der 14 Stationen mit je einem Bild kann man den Leidensweg Jesu betend mitgehen – von der Verurteilung durch Pilatus bis zur Kreuzigung auf Golgota und der Grablegung. Das Leiden Jesu wird dabei mit dem heutigen Leiden in der Welt verbunden. Jesus kann aus eigener Erfahrung mitfühlen mit den Kranken und Leidenden unserer Tage, denen unser Gebet und Mitgefühl gilt. Der Ursprung des Kreuzwegs liegt in Jerusalem.

Wie sollte die Liturgie der Passion gestaltet sein, damit sie nicht zu einem gewissen Kult um das Schmerzvolle führt und nicht missverständlich wirkt?

Die Gottesdienste des Triduums – also von Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht – sind eigentlich ein einziger Gottesdienst. Sie sind wie ein Drama in drei Akten, weil man Sterben und Auferstehen Christi nicht trennen kann. Daher ist es sinnvoll, alle drei Liturgien mitzufeiern – und die Kinder einzubeziehen. Auch am Karfreitag tun wir nicht so, als wüssten wir nicht, dass Jesus auferstand. Er ist durch den Tod zum Leben hindurchgegangen, damit auch wir vom Tod zum Leben übergehen. Auch die Gebete und Lieder machen immer wieder deutlich, dass es um unsere Erlösung geht.

Die zentrale Botschaft der Passionsgeschichte ist Liebe, Vergebung und Versöhnung – nicht Gewalt. Welche Wirkung kann diese Botschaft in der heutigen konflikt- und gewaltbeladenen Welt entfalten?

Jesu Liebe ist stärker als aller Hass. Er hat denen verziehen, die ihn ans Kreuz schlugen – und damit seine Botschaft bis zum Äußersten selbst vorgelebt. Jesus am Kreuz ist zunächst eine Einladung, die eigenen Verletzungen und Enttäuschungen zu ihm zu bringen und in seine Wunden hineinzulegen, damit wir sie Schritt für Schritt loslassen können – und er sie heilen kann. Nur Liebe kann heilen.

In den großen Fürbitten am Karfreitag betet die Kirche weltweit für die Regierenden, für den Frieden in der Welt und für die Notleidenden. Wo Jesu Vorbild nachgeahmt wird, wachsen Versöhnung und Friede – auch wenn wir wissen, wie schwierig das in persönlichen und weltweiten Konflikten sein kann. Seine Botschaft bleibt Ansporn und Ermutigung.

Der Karsamstag und die Osternacht gehen in das Osterfest über. Was ist bezeichnend für diesen Übergang von der Trauer zum Fest – und wird er in der katholischen Kirche überall gleich gestaltet?

Die Osternacht ist der schönste katholische Gottesdienst im ganzen Jahr – und sie wird weltweit in ähnlicher Weise gefeiert. Der Übergang vom Dunkel zum Licht symbolisiert Christi Übergang vom Tod zum Leben in der Auferstehung. Vom Licht der einen Osterkerze, die für Christus steht, werden die Kerzen aller Mitfeiernden entzündet, denn wir erhalten Anteil an seinem Osterlicht. Die Jahreszahl auf der Osterkerze zeigt: Christus lebt 2025 – und wir mit ihm. Wir hören vom Handeln Gottes in der Geschichte von der Schöpfung über die Befreiung aus Ägypten hin zur Auferstehung Christi – in der Überzeugung, dass Gott, der damals gewirkt hat, auch heute Hoffnung und Heil schenkt. Beim Gloria wird das elektrische Licht angeschaltet, Glocken und Orgel ertönen wieder: Das Leben kehrt in die Kirche zurück. Mancherorts findet auch eine Taufe statt, und wir erneuern unseren Glauben. Der Gottesdienst mündet in die Eucharistiefeier, gleichsam das Ostermahl mit dem Auferstandenen. In der Kommunion kommt der Auferstandene selbst in uns und will uns seine Osterkraft schenken. In Deutschland und anderen Ländern werden schließlich die mitgebrachten Osterspeisen gesegnet, damit die Freude, die wir in der Kirche feiern, zu Hause in unseren Familien weiterwirkt. Ostern schenkt eine neue Freude an Gott und am Leben.

Der Ostersonntag gilt als der ranghöchste Festtag im Kirchenjahr. Beim leeren Grab Jesu fragen sich die Jünger – und vermutlich auch Christinnen und Christen heute: Was soll das bedeuten?

Selbst die Jünger glaubten der Botschaft der Auferstehung zunächst nicht, die ihnen die Frauen vom leeren Grab brachten. Der sogenannte „ungläubige Thomas“, ein Skeptiker unter den Aposteln, und gerade deshalb für viele heute besonders nachvollziehbar – will seine Finger in die Wundmale Jesu legen, um sicher zu sein, dass der Gekreuzigte wirklich lebt. Erst die persönliche Begegnung mit dem Auferstandenen hat die Apostel so sehr überzeugt, dass sie später sogar bereit waren, dafür in den Tod zu gehen. Die Auferstehung Jesu bedeutet, dass Christus auch heute lebt und wir mit ihm in Beziehung treten können. Damit können wir als österliche, frohe Menschen leben. Durch seine Auferstehung hat Christus außerdem den Weg in den Himmel, in die ewige Gemeinschaft mit Gott und den Verstorbenen, den Heiligen, für uns geöffnet. Damit ist der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang zu einem ewigen Fest.

Nach christlicher Tradition gäbe es ohne Ostern keine Kirche. Dennoch gilt Pfingsten als „Geburtstag“ der Kirche. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen beiden Festen?

Pfingsten ist ein österliches Fest, der Abschluss der fünfzigtägigen Osterzeit. Nach dem Johannesevangelium hat Jesus am Ostersonntag die Jünger angehaucht und ihnen den Heiligen Geist gegeben. Doch erst am Pfingsttag, nachdem sie gemeinsam mit den Frauen und Maria im Abendmahlssaal um die Stärkung durch den Geist gebetet hatten, traten sie öffentlich auf und verkündeten Christus als den Auferstandenen. Die Apostelgeschichte berichtet, dass 3000 Menschen sich taufen ließen. Die Kirche entsteht aus der Begegnung mit dem lebendigen Christus – und das bis heute! Sie ist mehr als eine Organisation (mit den menschlichen Schwächen). Sie wird lebendig, wenn im Gebet und Gottesdienst der Auferstandene in unsere Mitte tritt und sein Geist uns Kraft und Freude gibt, das Leben in seinem Sinne zu meistern.

Interview: Geraldo Hoffmann, https://www.bistum-eichstaett.de, In: Pfarrbriefservice.de

Bild: Christiane Raabe In: Pfarrbriefservice.de